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  • Pia König

Rentenlücke – was du als Mutter beachten solltest

Aktualisiert: 6. Mai


Bleibst du eine längere Zeit mit deinem Kind zuhause und gehst nach der Elternzeit womöglich in Teilzeit arbeiten, dann macht sich das im Alter finanziell deutlich bemerkbar. Daher solltest du dich so früh wie möglich um deine Altersvorsorge kümmern, um nicht in die Altersarmut zu rutschen.


Wenn du diesen Blogbeitrag lieber anhören möchtest, gibt es auch eine Podcast-Folge dazu.

Rentenlücke schließen für Mütter

Inhaltsverzeichnis


Rentenlücke berechnen


Was ist eine Rentenlücke?


Die Rentenlücke bezeichnet die Differenz zwischen dem Einkommen, das du während deines Arbeitslebens hattest und dem Betrag der gesetzlichen Rente. Hast du beispielsweise als Berufstätige vorher 3.000 Euro bekommen und erhältst eine Rente von 2.100 Euro, dann liegt deine Rentenlücke bei 900 Euro.


Die Frage ist dann, ob du auch ohne die 900 Euro auskommen kannst. Je nachdem, ob du beispielsweise Eigentum hast und keine Miete mehr zahlen musst, hast du geringere Kosten im Alter.

Natürlich weiß niemand, wie sich die allgemeinen Kosten für einen gewissen Lebensstandard in den nächsten Jahrzehnten verändern werden, mit welcher Inflation zu rechnen ist und wie sich die Rentensituation entwickeln wird.


Deshalb ist frühes Handeln und regelmäßiges Nachjustieren von großer Wichtigkeit, damit du dich im Alter finanziell absichern kannst.


 

Von der gesetzlichen Rente alleine kannst du nicht überleben!

 

Deine Rente sichert dir nicht deinen Lebensstandard


Im Laufe deines Lebens wird sich ein gewisser Lebensstandard bei dir einstellen, den du wahrscheinlich auch im Rentenalter halten möchtest.


Dabei kannst du dich nicht ausschließlich auf die gesetzliche Rente verlassen. In vielen Fällen reichen die Rentenansprüche nicht aus, um alle Lebenshaltungskosten zu decken. Zusätzliche Ausgaben wie Gesundheitskosten, Reisen oder Hobbys müssen häufig aus anderen Einkommensquellen gedeckt werden.


So gut wie jeder Berufstätige hat eine mehr oder weniger große Rentenlücke. Die Rente ist demnach nur dafür da, um einige Grundkosten zu decken.


Es ist wichtig, sich frühzeitig darüber im Klaren zu sein, dass zusätzliche Vorsorgemaßnahmen getroffen werden müssen, um finanzielle Sicherheit zu gewährleisten. Indem du dich rechtzeitig mit dem Thema Altersvorsorge beschäftigst und entsprechende Maßnahmen ergreifst, kannst du sicherstellen, dass du deinen Lebensstandard auch im Ruhestand aufrechterhalten kannst.


Warum entsteht eine Rentenlücke?


Es gibt verschiedene Gründe für eine Rentenlücke:


  • Niedrige Rentenbeiträge aufgrund von Teilzeitbeschäftigung oder geringfügiger Beschäftigung.

  • Längere Lebenserwartung, was zu einer längeren Bezugszeit der Rente führt.

  • Niedrige Zinsen und eine hohe Inflation, die das angesparte Rentenkapital im Ruhestand weniger ertragreich machen.

  • Lohnungleichheit, insbesondere bei Frauen, die oft in Berufen mit niedrigeren Gehältern arbeiten und somit weniger in die Rentenkasse einzahlen.

  • Unterbrechungen der Erwerbstätigkeit aufgrund von Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen, was zu geringeren Rentenbeiträgen führt.

  • Selbstständige oder freiberufliche Tätigkeiten, bei denen keine oder nur geringe Rentenbeiträge gezahlt werden.

  • Früher Renteneintritt, der zu Abschlägen bei der Rente führt.

  • Höhere Lebenshaltungskosten, die nicht allein durch die gesetzliche Rente gedeckt werden können.


Es ist wichtig, sich der verschiedenen Faktoren bewusst zu sein, die zur Entstehung einer Rentenlücke beitragen, um rechtzeitig geeignete Maßnahmen ergreifen zu können, um diese zu schließen.


Die Rentenlücke in Deutschland


In Deutschland ist das Problem der Rentenlücke besonders präsent. Viele Menschen haben nicht ausreichend für ihre Altersvorsorge gesorgt und sind im Ruhestand auf staatliche Unterstützung angewiesen.


Frauen sind im Allgemeinen noch stärker von der Rentenlücke betroffen als Männer, man spricht dabei von der Gender Pension Gap. Sie bezeichnet die geschlechtsspezifische Rentenlücke, also Frauen und Männer im Vergleich. Frauen erhalten laut WSI durchschnittlich nämlich 49% weniger Rente als Männer.


Die Diskussion über Reformen im Rentensystem ist daher von großer Bedeutung, um die Rentenlücke in Deutschland langfristig zu schließen und Altersarmut zu bekämpfen.


Warum gibt es eine geschlechtsspezifische Rentenlücke?


Die geschlechtsspezifische Rentenlücke entsteht, weil Frauen durchschnittlich mehr Zeit in der Ausbildung verbringen, nach ein paar Arbeitsjahren Kinder bekommen und dann klassischerweise eine längere Zeit zuhause verbringen.


Dann fangen sie vielleicht einen Teilzeitjob an, in dem sie weniger verdienen als die Männer und auch weniger Geld in die Rentenkasse einzahlen. Da sich die Berechnung der Rente hauptsächlich am Gehalt und an den Arbeitsjahren orientiert, führt das dazu, dass die Rentenlücke von Frauen größer ist als die von Männern.


Altersarmut ist weiblich


Wenn du im Rentenalter nicht genug Geld zur Verfügung hast, um für deine

Grundbedürfnisse aufzukommen, dann steckst du in der Altersarmut fest.


Laut einer Studie des BMFSFJ sind mehr als 22% der 80-jährigen von Altersarmut betroffen.

Der Frauenanteil liegt dabei sogar um 9% höher als bei Männern.


Wichtig ist auch, dass du dich in Sachen Rente nicht ausschließlich auf deinen Partner verlässt. Denn was ist, wenn ihr euch mal trennt? Was ist, wenn dein Partner berufsunfähig wird, nicht mehr arbeiten kann und auch nur eine kleine Rente bekommt?


Sich um die eigene Altersvorsorge zu kümmern ist von unglaublicher Wichtigkeit und jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, dass auch du dieses Thema angehst!


Rentenlücke berechnen


Die Berechnung deiner persönlichen Rentenlücke ist ein wichtiger Schritt, um deine finanzielle Situation im Ruhestand realistisch einzuschätzen. Es gibt verschiedene Online-Rechner und Tools, die dir dabei helfen können, deine Rentenlücke zu ermitteln.


Dabei werden Faktoren wie deine bisherigen Rentenbeiträge, dein erwartetes Renteneinkommen und deine Lebenshaltungskosten im Ruhestand berücksichtigt. Indem du deine Rentenlücke berechnest, erhältst du einen Überblick darüber, wie groß der finanzielle Bedarf im Alter tatsächlich ist und welche zusätzlichen Maßnahmen du ergreifen musst, um ihn zu decken.


Die voraussichtliche Höhe deiner Rente findest du auf dem Schreiben der Deutschen Rentenversicherung, das du ab dem 27. Lebensjahr jährlich erhältst. Beachte: Die Rente wird hierbei als Bruttobetrag angegeben. Die Differenz deines jetzigen Bruttogehalts und der Bruttorente ergibt deine Brutto-Rentenlücke.


Es ist ratsam, diese Berechnungen regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen, um sicherzustellen, dass deine Altersvorsorge ausreichend ist, um deinen gewünschten Lebensstandard im Ruhestand zu sichern. Hier geht es zum kostenlosen Rentenlückenrechner.


Mütterrente – das tut der Staat für deine Rente


Bei der sogenannten Mütterrente handelt es sich um die Anrechnung von Erziehungszeiten. Bis zu drei Jahre pro Kind kannst du so bei der Deutschen Rentenversicherung für deine Rente geltend machen.


Während den Erziehungszeiten wirst du dabei so behandelt, als würdest du das Durchschnittsgehalts Deutschlands verdienen und normale Rentenbeiträge zahlen.

Antrag auf Feststellung von Kindererziehungszeiten

Die Erziehungszeiten werden automatisch der

Mutter zugesprochen. Teilst du dir mit deinem Partner die Elternzeit jedoch beispielsweise 50/50 auf, dann könnt ihr die Mütterrente auch aufteilen lassen. Allerdings könnt ihr gleichzeitig genommene Erziehungszeiten nicht doppelt geltend machen.


Um die Rentenversicherung darüber zu informieren, dass du Erziehungszeiten geltend machen möchtest, solltest du unbedingt den Antrag V0800 herunterladen, ausfüllen und an die Deutsche Rentenversicherung schicken.

Tust du das nicht, werden deine Erziehungszeiten nicht berücksichtigt!



Drei Möglichkeiten, um deine Rentenlücke zu schließen


Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie du deine Rentenlücke möglichst vollständig schließen kannst und dir im Rentenalter eine gute finanzielle Versorgung sichern kannst.

Wichtig ist, dass du dir dabei auch deine eigenen Gedanken machst. Was kommt für dich infrage, wofür möchtest du weitere Informationen sammeln?


Und dann: Komm ins Handeln! Vom vor-sich-herschieben, wird deine Rentensituation nicht besser. Ganz im Gegenteil – je mehr Zeit du verstreichen lässt, desto schwieriger wird es, deine Rentenlücke vollständig schließen zu können.


1. Eine private Rentenversicherung abschließen


Bei einer privaten Rentenversicherung sparst du meistens monatlich einen gewissen Geldbetrag an, damit du deine Rente verbessern kannst.


Bei der Auswahl einer privaten Rentenversicherung solltest du unbedingt darauf achten, dass du dir eine*n unabhängige*n Berater*in raussuchst! Mitarbeiter*innen von Banken erhalten eine Provision, wenn sie eine bestimmte Rentenversicherung ‚verkaufen‘. Somit sind sie nicht mehr unabhängig, da es in ihrem Interesse liegt, genau diese eine ganz tolle Rentenversicherung an den Mann (oder die Frau) zu bringen.


Lies vor Abschluss der privaten Rentenversicherung auch das Kleingedruckte. Denn manchmal gibt es versteckte Kosten, die dich auf Dauer nur Geld kosten anstatt dir für das Alter einen finanziellen Puffer ansparen zu können.


2. Eine Betriebsrente


Du kannst bei deinem*r Arbeitgeber*in eine Betriebsrente beantragen. Diese sind dazu verpflichtet, seinen Arbeitnehmenden so etwas anzubieten. Hast du allerdings einen Tarifvertrag, dann muss die Möglichkeit der Betriebsrente dort verankert sein.


In den meisten Fällen wird ein Teil deines Brutto-Gehalts für dein Alter angespart, was vom Arbeitgeber oder der Arbeitgeberin bezuschusst wird.


Wichtig zu wissen: Bekommst du die Betriebsrente im Alter dann ausgezahlt, wird sie als Einkommen angesehen und voll versteuert. Seit 2020 gibt es aber auch einen Steuerfreibetrag, der aktuell bei 176,75€ (Stand 2024) liegt. Innerhalb dieser Betragsspanne musst du keine Steuern zahlen.


3. Vermögen aufbauen


In meinen Augen ist es am lukrativsten, wenn du dir ein privates Vermögen aufbaust. Du solltest auf gar keinen Fall nur Geld auf einem Girokonto ansparen, denn das ist schlecht verzinst und wird aufgrund der Inflation von Jahr zu Jahr weniger wert.


Du kannst dir privates Vermögen aufbauen, durch beispielsweise:

  • Aktien: Hierbei kaufst du einen kleinen Teil eines Unternehmens und wirst an Gewinnausschüttungen beteiligt.


  • Aktive Fonds: Ein*e Fondsmanager*in sucht Aktien zusammen, die sich in Zukunft vermutlich gut entwickeln werden und viele Gewinnausschüttungen mit sich bringen. Diese Art der Fonds wird aktiv gemanagt, sodass extra Kosten für diese Arbeit anfallen, die direkt mit den erwirtschafteten Gewinnen verrechnet werden.


  • Passive Fonds (ETFs): Diese Aktienbündel orientieren sich an einem Index (wie beispielsweise der DAX) und spiegeln die Entwicklung des Index wieder. Beim Kauf und Verkauf eines Aktienbündels (ETF) fallen Kosten an, diese sind im Vergleich zu aktiven Fonds insgesamt aber deutlich geringer.


  • Immobilien: Besitzt du eine Immobilie, in der du selbst nicht wohnst, kannst du Mieteinnahmen verzeichnen und dir so ein privates Vermögen aufbauen.


Wenn du zum ersten Mal von diesen Möglichkeiten hörst, dann klingt das alles sehr verwirrend und suspekt, ich weiß. Es gibt aber auch tolle Informationsquellen im Internet, die dir da weiterhelfen können.


Meine Empfehlung zum Thema Investieren an der Börse und ETFs: Madame Moneypenny

Zum Thema Immobilien empfehle ich dir: Mrs Property


Warum das Thema Rente in der Partnerschaft zur Sprache kommen sollte


Ein Mann ist keine Altersvorsorge – das ist dir spätestens jetzt auch klar. Und da Männer im Allgemeinen nicht darüber nachdenken, dass du ja auch eine Altersvorsorge benötigst, musst du das selbst zur Sprache bringen.


Wenn ihr beispielsweise eine klassische Rollenverteilung lebt, dann kümmerst du dich zuhause um die Kinder und dein Partner geht in Vollzeit arbeiten. Er zahlt dabei jeden Monat einen gewissen Betrag bei der Rentenversicherung ein – du aber nicht. Auch bei einem Teilzeitjob zahlst du weniger in die Rentenversicherung ein. Und genau deshalb solltest du nach einem Gespräch suchen und dieses Thema ansprechen.


Eine mögliche Lösung wäre zum Beispiel, dass du die Differenz zwischen seinen Rentenbeiträgen und deinen ausgezahlt bekommst und anderweitig sparen oder investieren kannst.


Zusammenfassung


Wir halten also fest: Du hast mit Sicherheit eine Rentenlücke. Ermittle diese mithilfe von dem Rentenlückenrechner und erstelle dir einen Plan für deine Altersvorsorge. Du kannst beispielsweise eine private Rentenversicherung abschließen, eine Betriebsrente einfordern und dir privates Vermögen mit Aktien, aktiven und/oder passiven Fonds sowie Immobilien aufbauen. Damit hast du eine fundierte Grundlage, um einer Altersarmut aktiv vorzubeugen.


Ich weiß, Geld kann ein heikles und emotionales Thema sein, aber sollte unbedingt auch in der Partnerschaft besprochen werden. Nur, wenn du dich mit deinem Partner austauschst, sowie Ängste und Bedürfnisse klar kommunizieren kannst, kannst du dafür sorgen, dass du finanziell gesehen im Alter nicht auf der Strecke bleibst.


Auf die finanzielle Unabhängigkeit!

Deine Pia

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