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Rentenlücke – was du als Mutter beachten solltest

Aktualisiert: vor 6 Tagen


Bleibst du eine längere Zeit mit deinem Kind zuhause und gehst nach der Elternzeit womöglich in Teilzeit arbeiten, dann macht sich das im Alter finanziell deutlich bemerkbar. Daher solltest du dich so früh wie möglich um deine Altersvorsorge kümmern, um nicht in die Altersarmut zu rutschen.


Wenn du diesen Blogbeitrag lieber anhören möchtest, gibt es auch eine Podcast-Folge dazu.

Rentenlücke schließen für Mütter

Inhaltsverzeichnis



Was ist eine Rentenlücke?


Die Rentenlücke bezeichnet die Differenz zwischen deinem letzten Gehalt und dem Betrag der gesetzlichen Rente. Hast du beispielsweise als Berufstätige vorher 2.000 Euro bekommen und erhältst eine Rente von 1.300 Euro, dann liegt deine Rentenlücke bei 700 Euro.


Die Frage ist dann, ob du auch ohne die 700 Euro auskommen kannst. Je nachdem, ob du beispielsweise Eigentum hast und keine Miete mehr zahlen musst, hast du geringere Kosten im Alter. Natürlich weiß niemand, wie sich die allgemeinen Kosten für einen gewissen Lebensstandard in den nächsten Jahrzehnten verändern werden, mit welcher Inflation zu rechnen ist und wie sich die Rentensituation entwickeln wird.


Deshalb ist frühes Handeln und regelmäßiges Nachjustieren von großer Wichtigkeit, damit du dich im Alter finanziell absichern kannst.


 

Von der gesetzlichen Rente alleine kannst du nicht überleben!

 

Deine Rente sichert dir nicht deinen Lebensstandard


Im Laufe deines Lebens wird sich ein gewisser Lebensstandard bei dir einstellen, den du wahrscheinlich auch im Rentenalter halten möchtest.


Dabei kannst du dich nicht ausschließlich auf die gesetzliche Rente verlassen. So gut wie jeder Berufstätige hat eine mehr oder weniger große Rentenlücke. Die Rente ist demnach nur dafür da, um einige Grundkosten zu decken.


Wahrscheinlich wird es dir aber nicht möglich sein alle deine Kosten mit der einfachen Rente decken zu können.


Warum entsteht eine Rentenlücke?


Frauen sind im Allgemeinen noch stärker von der Rentenlücke betroffen als Männer, man spricht dabei von der Gender Pension Gap. Sie bezeichnet die geschlechtsspezifische Rentenlücke, also Frauen und Männer im Vergleich. Frauen erhalten laut WSI durchschnittlich nämlich 49% weniger Rente als Männer.


Doch woran liegt das? Die geschlechtsspezifische Rentenlücke entsteht, weil Frauen durchschnittlich mehr Zeit in der Ausbildung verbringen, nach ein paar Arbeitsjahren Kinder bekommen und dann klassischerweise eine längere Zeit zuhause verbringen. Dann fangen sie vielleicht einen Teilzeit-Job an, in dem sie weniger verdienen als die Männer und auch weniger Geld in die Rentenkasse einzahlen.


Da sich die Berechnung der Rente hauptsächlich am Gehalt und an den Arbeitsjahren orientiert, führt das dazu, dass die Rentenlücke von Frauen größer ist als die von Männern.


Altersarmut ist weiblich

Altersarmut bei Frauen in Deutschland

Wenn du wenig Geld im Rentenalter zur Verfügung hast, sodass du nicht mehr für deine

Grundbedürfnisse aufkommen kannst, dann steckst du in der Altersarmut fest.


Laut einer Studie des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sind mehr als 22% der 80-jährigen von Altersarmut betroffen.

Der Frauenanteil liegt dabei sogar um 9% höher als bei Männern.


Wichtig ist auch, dass du dich in Sachen Rente nicht ausschließlich auf deinen Partner verlässt. Denn was ist, wenn ihr euch mal trennt? Was ist, wenn dein Partner berufsunfähig wird, nicht mehr arbeiten kann und nur eine kleine Rente bekommt?


Sich um die eigene Altersvorsorge zu kümmern ist von unglaublicher Wichtigkeit und jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, dass auch du dieses Thema angehst!


So rechnest du deine Rentenlücke aus


Du kannst jetzt schon dafür sorgen, dass du im Alter kein böses Erwachen hast und von einer riesigen Rentenlücke und folglich einer Altersarmut heimgesucht wirst.


Der erste Schritt ist die Bestandsaufnahme. Wie hoch würde Stand heute deine Rente ausfallen? Wie hoch ist die Rentenlücke? Wie viel Geld monatlich benötigst du voraussichtlich später einmal?


Wenn du bei einem Arbeitgeber angestellt bist, zahlst du mit deinen steuerlichen Abgaben automatisch einen gewissen Betrag in die Rentenkasse ein. Ab dem 27. Lebensjahr erhältst du dann ein jährliches Schreiben von der Deutschen Rentenversicherung über die voraussichtliche Höhe deiner Rente.


Beachte: Die Rente wird hierbei als Bruttobetrag angegeben! Die Differenz deines jetzigen Bruttogehalts und der Bruttorente ergibt deine Brutto-Rentenlücke.


Es gibt auch online verschiedene Rechner, die dir deine Rentenlücke ausrechnen können, eine Netto-Rente annäherungsweise bestimmen können und nötige Sparbeträge zur Schließung der Rentenlücke aufzeigen. Ich empfehle dir hierfür den kostenlosen Brutto-Netto-Rechner.


Mütterrente – das tut der Staat für deine Rente


Bei der sogenannten Mütterrente handelt es sich um die Anrechnung von Erziehungszeiten. Bis zu drei Jahre pro Kind kannst du so bei der Deutschen Rentenversicherung für deine Rente geltend machen.


Was bedeutet das? Einfach gesagt wirst du in dieser Zeit so behandelt, als würdest du das Durchschnittsgehalts Deutschlands verdienen und normale Rentenbeiträge zahlen. Nach meiner Recherche nach hast du damit rund 30 Euro monatlich mehr – immerhin!

Antrag auf Feststellung von Kindererziehungszeiten

Die Erziehungszeiten werden automatisch der

Mutter zugesprochen. Teilst du dir mit deinem Partner die Elternzeit aber beispielsweise fair auf, dann könnt ihr die Mütterrente auch aufteilen lassen. Allerdings könnt ihr gleichzeitig genommene Erziehungszeiten nicht doppelt geltend machen.


Um die Rentenversicherung darüber zu informieren, dass du Erziehungszeiten geltend machen möchtest, solltest du unbedingt diesen Antrag herunterladen, ausfüllen und an die Deutsche Rentenversicherung schicken. Tust du das nicht, zählen deine Erziehungszeiten nicht zur Rente dazu!



Drei Möglichkeiten, um deine Rentenlücke zu schließen


Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie du deine Rentenlücke möglichst vollständig schließen kannst und dir im Rentenalter eine gute finanzielle Versorgung sichern kannst.


Wichtig ist, dass du dir dabei auch deine eigenen Gedanken machst. Was kommt für dich infrage, wofür möchtest du weitere Informationen sammeln?

Und dann: Komm ins Handeln! Vom vor-sich-herschieben, wird deine Rentensituation nicht besser. Ganz im Gegenteil – je mehr Zeit du verstreichen lässt, desto schwieriger wird es, deine Rentenlücke vollständig schließen zu können.


Möglichkeit Nr. 1: Eine private Rentenversicherung abschließen


Bei einer privaten Rentenversicherung sparst du meistens monatlich einen Gewissen Geldbetrag an, damit du deine Rente verbessern kannst.


Bei der Auswahl einer privaten Rentenversicherung solltest du unbedingt darauf achten, dass du dir einen unabhängigen Berater raussuchst! Mitarbeiter von Banken erhalten eine Provision, wenn sie eine bestimmte Rentenversicherung ‚verkaufen‘. Somit sind sie nicht mehr unabhängig, da es in ihrem Interesse liegt, genau diese eine ganz tolle Rentenversicherung an den Mann (oder die Frau) zu bringen.


Lies vor Abschluss der privaten Rentenversicherung auch das Kleingedruckte. Denn manchmal gibt es versteckte Kosten, die dich auf Dauer nur Geld kosten anstatt dir für das Alter einen finanziellen Puffer ansparen zu können.


Möglichkeit Nr. 2: Eine Betriebsrente


Du kannst bei deinem Arbeitgeber eine Betriebsrente beantragen. Jeder Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, seinem Arbeitnehmer so etwas anzubieten. Hast du allerdings einen Tarifvertrag, dann muss die Möglichkeit der Betriebsrente dort verankert sein.


In den meisten Fällen wird ein Teil deines Brutto-Gehalts für dein Alter angespart, was vom Arbeitgeber bezuschusst wird.


Wichtig zu wissen: Bekommst du die Betriebsrente im Alter dann ausgezahlt, wird sie als Einkommen angesehen und voll versteuert. Seit 2020 gibt es aber auch einen Steuerfreibetrag, der aktuell bei 164,50€ (Stand: Januar 2022) liegt. Innerhalb dieser Betragsspanne musst du keine Steuern zahlen.


Möglichkeit Nr. 3: Vermögen aufbauen


In meinen Augen ist es am lukrativsten, wenn du dir ein privates Vermögen aufbaust. Du solltest auf gar keinen Fall nur Geld auf einem Girokonto ansparen, denn das wird aufgrund der Inflation von Jahr zu Jahr weniger wert.


Du kannst dir privates Vermögen aufbauen, durch beispielsweise:

  • Aktien: Hierbei kaufst du einen kleinen Teil eines Unternehmens und wirst an Gewinnausschüttungen beteiligt.


  • Aktive Fonds: Ein Fondsmanager sucht Aktien zusammen, die sich in Zukunft vermutlich gut entwickeln werden und viele Gewinnausschüttungen mit sich bringen. Diese Art der Fonds wird aktiv gemanagt, sodass extra Kosten für die Arbeit des Fondsmanagers anfallen, die direkt mit den erwirtschafteten Gewinnen verrechnet werden.


  • Passive Fonds (ETFs): Diese Aktienbündel orientieren sich an einem Index (wie beispielsweise der DAX) und spiegeln die Entwicklung des Index nach. Beim Kauf und Verkauf eines Aktienbündels (ETF) fallen Kosten an, diese sind im Vergleich zu aktiven Fonds insgesamt aber deutlich geringer.


  • Immobilien: Besitzt du eine Immobilie, in der du selbst nicht wohnst, kannst du Mieteinnahmen verzeichnen und dir so ein privates Vermögen aufbauen.


Wenn du zum ersten Mal von diesen Möglichkeiten hörst, dann klingt das alles sehr verwirrend und suspekt, ich weiß. Es gibt aber auch tolle Informationsquellen im Internet, die dir da weiterhelfen können.


Meine Empfehlung zum Thema Investieren an der Börse und ETFs: https://madamemoneypenny.de/

Zum Thema Immobilien empfehle ich dir: https://mrsproperty.de/


Ich sage es noch einmal: Je früher du dich um deine Finanzen, deine Altersvorsorge kümmerst, desto entspannter kannst du dem Rentenalter entgegenblicken!



 

"Ein Mann ist keine Altersvorsorge." - Helma Sick


 

Warum das Thema Rente in der Partnerschaft zur Sprache kommen sollte


Ein Mann ist keine Altersvorsorge. Das ist dir spätestens jetzt auch klar. Und da Männer im Allgemeinen nicht darüber nachdenken, dass du ja auch eine Altersvorsorge benötigst, musst du das selbst zur Sprache bringen.


Es geht in einer fairen Partnerschaft auch darum, sich Vermögen aufzuteilen. Das heißt jetzt nicht, dass du die Hälfte des Betrags vom Sparkonto deines Partners einfordern sollst! Das bedeutet, dass du die Möglichkeit haben sollst, dir Vermögen für dein Alter aufbauen zu können.


Wenn ihr beispielsweise eine klassische Rollenverteilung lebt, dann kümmerst du dich zuhause um die Kinder und dein Partner geht in Vollzeit arbeiten. Er zahlt dabei jeden Monat einen gewissen Betrag bei der Rentenversicherung ein – du aber nicht. Und genau deshalb solltest du nach einem Gespräch suchen und dieses Thema ansprechen.


Eine tolle Möglichkeit für eine gleichberechtigte Aufteilung eures Geldes bietet dabei das Drei-Konten-Modell.


Was ist ein Drei-Konten-Modell?


Bei diesem Modell geht es darum, dass es drei unterschiedliche Bankkonten gibt. Du hast eins, dein Mann hat eins und ihr habt zusammen ein Gemeinschaftskonto.

Drei-Konten-Modell für Familienfinanzen

Auf diesem Gemeinschaftskonto landen alle Einnahmen, die ihr habt. Davon werden alle Kosten bezahlt und Sparbeiträge zur Seite gelegt. An diesem Punkt solltest du dich mit deinem Partner geeinigt haben, welcher Betrag für deine Altersvorsorge angespart wird. Diesen Betrag kannst du dann beispielsweise für das Investieren in ETFs verwenden.


Zusätzlich zu den ganzen Kosten und Sparraten, die ihr habt, solltet ihr euch gleich viel "eigenes Geld" auf eure privaten Bankkonten überweisen. Dieses Geld könnt ihr ausgeben wofür ihr wollt, ohne um Erlaubnis fragen zu müssen und ohne, dass du überhaupt erst nach Geld von deinem Mann als Hauptverdiener erfragen musst.


Das fördert euren Zusammenhalt in der Partnerschaft, ihr habt im besten Fall einen gemeinsamen finanziellen Plan für eure Zukunft und es beugt auch einem Machtungleichgewicht in eurer Beziehung vor. Denn verfügt dein Mann über euer gesamtes Geld und gibt dir monatlich vielleicht etwas ‚Taschengeld‘, dann hat er die Kontrolle über dich.


Benötigst du Hilfe bei der Kommunikation mit deinem Partner? Dann melde dich gerne unverbindlich bei mir. Gemeinsam können wir dich auf ein klärendes Gespräch vorbereiten oder direkt zu einem Paar-Coaching übergehen.

Zusammenfassung


Wir halten also fest: Du hast mit Sicherheit eine Rentenlücke. Ermittle diese mithilfe vom Brutto-Netto-Rechner und erstelle dir einen Plan für deine Altersvorsorge. Du kannst beispielsweise eine private Rentenversicherung abschließen, eine Betriebsrente einfordern und dir privates Vermögen mit Aktien, aktiven und/oder passiven Fonds sowie Immobilien aufbauen. Damit hast du eine fundierte Grundlage, um einer Altersarmut aktiv vorzubeugen.


Ich weiß, Geld kann ein heikles und emotionales Thema sein, aber sollte unbedingt auch in der Partnerschaft besprochen werden. Nur, wenn du dich mit deinem Partner austauschst, sowie Ängste und Bedürfnisse klar kommunizieren kannst, kannst du dafür sorgen, dass du finanziell gesehen im Alter nicht auf der Strecke bleibst.


Auf die finanzielle Unabhängigkeit!

Deine Pia


Hier gibt es den Blogbeitrag auch als Podcast-Folge.

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