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  • Pia König

Anträge bei Schwangerschaft: Checkliste für Formalitäten

Aktualisiert: 5. Mai

Du erwartest vermutlich ein Kind – herzlichen Glückwunsch!

Damit du dir im Bürokratie-Dschungel einen Überblick verschaffen kannst, erhältst du hier eine Übersicht von wichtigen Anträgen, die du schon während der Schwangerschaft ausfüllen solltest.


Die gute Nachricht: Die meisten dieser Unterlagen sind ganz einfach kostenlos im Internet zum Ausdrucken erhältlich, du sparst dir also viele Behördengänge. Lediglich bei Unverheirateten sind ein bis zwei Behördengänge nötig.


Du brauchst dennoch genügend Zeit, um alle Anträge herauszusuchen, zu verstehen und auszufüllen. Es lohnt sich also, das schon innerhalb der Schwangerschaft anzugehen.

Werdende Eltern - Anträge Schwangerschaft

Inhaltsverzeichnis


Anträge vor der Geburt ausfüllen

Familienversicherung vormerken lassen

Elternzeit planen

Elterngeld vorausfüllen

Kindergeld beantragen

Geburtsanmeldung im Krankenhaus



Behördengänge vor der Geburt


Seid ihr nicht verheiratet, dann ist eine Vaterschaftsanerkennung sowie eine Sorgerechtserklärung wichtig. Ich empfehle dir, dafür zum zuständigen Jugendamt zu gehen, denn dann kannst du sowohl die Vaterschaftsanerkennung als auch die Sorgerechtserklärung in einem Termin ausfüllen.


Vaterschaftsanerkennung

Sie ist zwar freiwillig, aber für die Beantragung der Geburtsurkunde wichtig. Außerdem kann der Papa nur mithilfe der Vaterschaftsanerkennung Elterngeld beantragen.


Die werdende Mutter muss bei diesem Termin auch dabei sein, denn die Vaterschaftsanerkennung bedarf ihrer Zustimmung. Du kannst das Dokument dazu entweder beim Standesamt, Jungendamt oder beim Notar ausfüllen. Beachte aber, dass beim Besuch eines Notars extra Kosten anfallen.


Ihr benötigt:

  • Personalausweis oder Reisepass beider Eltern (im Original)

  • Geburtsurkunden beider Eltern (im Original)

  • Mutterpass


Sorgerechtserklärung


Nachdem die Vaterschaftsanerkennung abgeschlossen wurde, ist auch eine Sorgerechtserklärung möglich. Dies könnt ihr beim Jugendamt oder einem kostenpflichtigen Notar erledigen.

Eine Sorgerechtserklärung ist ebenfalls keine Pflicht, lohnt sich aber trotzdem. Denn bei Unverheirateten hat die Mutter nach der Geburt automatisch das alleinige Sorgerecht für das Baby. Das Baby trägt dann außerdem den Nachnamen der Mutter.


Ihr benötigt:

  • Personalausweis oder Reisepass beider Eltern (im Original)

  • Geburtsurkunden beider Eltern (im Original)

  • Mutterpass


 

Sowohl die Vaterschaftsanerkennung als auch die Sorgerechtserklärung sind freiwillig für unverheiratete Eltern, aber durchaus sinnvoll.

 

Anträge vor der Geburt ausfüllen


Ganz gleich, ob ihr verheiratet seid oder nicht, die folgenden Anträge sind für jede*n wichtig. Das Mutterschaftsgeld kann dabei natürlich nur die Mutter beantragen. Sowohl für das Kindergeld als auch für das Elterngeld gibt es einen gemeinsamen Antrag. Um die Familienversicherung sowie die Geburtsanmeldung beim Standesamt kann man sich entweder gemeinsam kümmern oder ein Elternteil übernimmt die Verantwortung dafür.


Mutterschaftsgeld beantragen


Wenn du als Mutter ein Kind bekommst, dann musst du deine Krankenkasse über deinen Geburtstermin informieren. Daraufhin erhältst du ein Schreiben, das du schon vorausfüllen kannst. Durch diesen Antrag erhältst du letztendlich während deines Mutterschutzes (acht Wochen nach Geburt) das Mutterschaftsgeld.


Abschicken kannst du das Formular allerdings erst, wenn dein Baby geboren ist, denn du brauchst eine Geburtsbescheinigung.


Für das Mutterschaftsgeld sechs Wochen vor der Geburt, erhältst du eine Bescheinigung über den mutmaßlichen Entbindungstermin bei deinem Gynäkologen. Frage ab der 30. Woche bei deinem*r Gynäkolog*in nach, wenn du sie bis dahin noch nicht erhalten hast. Schicke diese Bescheinigung dann einfach an deine Krankenkasse, damit du dein Geld rechtzeitig noch vor der Geburt erhältst.


Du benötigst:

  • Bescheinigung über den mutmaßlichen Entbindungstermin

  • Geburtsurkunde des Kindes (Original)

Familienversicherung vormerken lassen


Ein Kind kann kostenlos familienversichert werden, wenn beide Elternteile gesetzlich krankenversichert sind (unabhängig von der Krankenkasse). Du kannst eine Familienversicherung bei deiner Krankenkasse vormerken lassen, womöglich erhältst du den Antrag schon vor der Geburt und kannst ihn vorausfüllen.


Wenn ihr beide privat versichert seid, dann wird euer Kind ebenfalls privat versichert. Allerdings zahlt bei der PKV jedes Mitglied einen Beitrag, das gilt auch für Kinder.


Bist du oder dein*e Partner*in privat versichert, dann könnt ihr zwischen der GKV und PKV wählen. Seid ihr verheiratet ist eine kostenfreie Familienversicherung in der GKV nur möglich, wenn der in der PKV versicherte Elternteil nicht Hauptverdiener*in ist und unter der Jahresentgeltgrenze liegt (Stand 2024: 69.300 €).


Ihr benötigt:

  • Geburtsurkunde des Kindes (Kopie)


Elternzeit planen


Dein*e Arbeitgeber*in muss über die Elternzeit nur informiert werden, eine Erlaubnis des Arbeitgebenden ist nicht nötig. Allerdings musst du die Länge der Elternzeit innerhalb der ersten zwei Lebensjahre deines Kindes verbindlich festlegen.


Dein Arbeitgeber wird dich vermutlich ein Dokument für deine Elternzeit ausfüllen lassen, das du nach der Geburt abgibst. Dein Arbeitgeber muss sieben Wochen vor Beginn der tatsächlichen Elternzeit über die Länge dessen Bescheid wissen.


Ihr benötigt:

  • Geburtsurkunde des Kindes (Kopie)


Tipp für Mamas

Tipp für Papas

 

Dein Arbeitgeber muss eine Elternzeit nicht genehmigen - du hast ein Recht darauf, dir Elternzeit zu nehmen!

 

Elterngeld vorausfüllen


Der Antrag auf Elterngeld ist sehr umfangreich – es lohnt sich also, früh damit zu starten! Inzwischen gibt es nur noch einen Elterngeldantrag, mit dem nur ein Elternteil oder beide gleichzeitig Elterngeld beantragen können.


Bei Berufstätigkeit sind außerdem die Arbeitgeber-Bestätigung sowie die Gehaltsnachweise vorzuweisen.


Bei den Gehaltsnachweisen sind die letzten zwölf Monate ausschlaggebend für die Höhe des Elterngeldes. Der Mutterschutz zählt hierbei allerdings nicht dazu, sodass Mütter lieber die Gehaltsnachweise der letzten 14 Monate mitschicken sollten.


Beim Elterngeld wird in Basiselterngeld, ElterngeldPlus und dem Partnerschaftsbonus unterschieden.


Basiselterngeld


  • Bis zu 14 Monate, wenn beide Elternteile mind. zwei Monate Elternzeit nehmen

  • i.d.R. 65% vom Nettogehalt

  • mind. 300 €, max. 1.800 € pro Monat


ElterngeldPlus


  • 1 Monat Basiselterngeld = 2 Monate ElterngeldPlus

  • bis 28 Monate möglich

  • bis zu 32 Std./Woche Erwerbsarbeit möglich (wird auf das Elterngeld angerechnet)

  • mind. 150 €, max. 900€ pro Monat


Partnerschaftsbonus


  • Eltern arbeiten gleichzeitig in Teilzeit (24-32 Std./Woche) an 2-4 aufeinanderfolgenden Monate

  • Eltern erhalten dann 2-4 zusätzliche ElterngeldPlus-Monate


Ihr benötigt:

  • Geburtsurkunde des Kindes (Original)

  • Kopien der Personalausweise/Reisepässe beider Elternteile

  • Bescheinigung der Krankenkasse über Mutterschaftsgeld (Original)

  • Gehaltsnachweise der letzten 12 bzw. 14 Monate

  • Arbeitgeberbescheinigung

  • falls vorhanden: Steuerbescheid des Kalenderjahres vor Geburt


Tipp


Kindergeld beantragen


Kindergeld kann nur ein Elternteil beantragen. Der Antrag dafür muss allerdings trotzdem von beiden Elternteilen unterschrieben werden.


Außerdem ist die Steuer-ID des Babys anzugeben. Dazu bekommt ihr nach der Geburt automatisch ein Schreiben vom Finanzamt.


Die Anträge für das Kinder- und Elterngeld findet ihr über den Link.


Ihr benötigt:

  • Geburtsurkunde des Kindes (Original)


Geburtsanmeldung im Krankenhaus


Habt ihr euch für euer Wunschkrankenhaus entschieden, dann informiert euch auf der Webseite, wann eine Geburtsanmeldung möglich ist. Als Schwangere kannst du das entweder alleine erledigen oder dich von deinem*r Partner*in begleiten lassen.


Am Tag der Geburt, an dem du bei Erreichen des Krankenhauses als Mama wahrscheinlich in den Wehen liegst, spart ihr somit zahlreichen Papierkram.


Ihr benötigt:

  • Mutterpass

  • Versichertenkarte

  • ggf. sonstige medizinische Unterlagen


Formalitäten nach der Geburt


Dieser Beitrag handelt zwar von wichtigen Anträgen, die du während der Schwangerschaft schon ausfüllen kannst. Die Geburtsanmeldung beim Standesamt gehört trotzdem dazu, denn sie ist zügig nach der Geburt zu erledigen.


Geburtsanmeldung beim Standesamt


Innerhalb der ersten Lebenswoche eures Babys, müsst ihr es beim Standesamt anmelden. Vielleicht bietet euer Wunschkrankenhaus auch die Möglichkeit, die Anmeldung zu übernehmen und an das Standesamt weiterzuleiten.


Da die Geburtsurkunden Geld kosten (abgesehen die für die Anträge), solltet ihr Bargeld (etwa 20€) bereithalten. Außerdem sollte ein von beiden Elternteilen unterschriebener Zweizeiler über die Namenserklärung des Kindes (Vor-, Zweit- und Nachname) vorgezeigt werden können.


Die Geburtsurkunden bekommt ihr dann etwa eine Woche nach der Anmeldung nach Hause geschickt. Für die einzelnen Anträge für Mutterschaftsgeld, Kindergeld und Elterngeld müsst ihr die Geburtsurkunden im Original verschicken.


Ihr benötigt:

  • Kopie der Personalausweis/Reisepässe beider Elternteile

  • Geburtsurkunden beider Eltern (im Original)

  • Geburtsbescheinigung des Krankenhauses (im Original, bekommt ihr nach Geburt automatisch ausgestellt)

  • Verheiratete: Eheurkunde und ggf. Nachweis über Änderung des Nachnamens (beides im Original)

  • Unverheiratete: Vaterschaftsanerkennung und Sorgerechtserklärung (beides im Original)


Anmerkung

Vorlage Namenserklärung


Das Standesamt wird in den meisten Fällen auch die Anmeldung bei der Einwohnermeldebehörde automatisch übernehmen. Möchtest du auf Nummer sicher gehen, dann reicht ein kurzer Anruf bei der Einwohnermeldebehörde, ob die Geburt schon gemeldet wurde.


Wann kann ich die Anträge abschicken?


Abgesehen von den Anträgen für Unverheiratete und den Antrag auf Mutterschaftsgeld vor der Geburt des Kindes, kannst du alle anderen erst final nach der Geburt ausfüllen und abschicken, da das Geburtsdatum abgefragt wird. Zusätzlich erhältst du die Geburtsbescheinigungen für die Anträge auch erst nach der Geburt, nachdem die Geburt beim Standesamt angemeldet wurde.


Es lohnt sich trotzdem die Anträge so früh wie möglich vorauszufüllen. Zum einen musst du dir erstmal einen Überblick verschaffen. Du musst zuerst die richtigen Anträge im Internet finden, manche davon sind dann auch noch recht umfangreich und womöglich musst du alle nötigen Dokumente und Nachweise erstmal zusammensuchen. Zum anderen kannst du dein Wochenbett eher genießen und dich erholen, wenn du weißt, dass du den Anträgen nur noch Kleinigkeiten beifügen musst.


Um einen reibungslosen Ablauf und eine rechtzeitige Zahlung sicherzustellen, solltest du alle Anträge so schnell wie möglich (nach Erhalt der Geburtsurkunden) abschicken. In manchen Bundesländern kannst du die Anträge auch online übermitteln – die Bearbeitung durch die Behörden soll damit vereinfacht und beschleunigt werden.


Checkliste: Anträge vor und nach der Geburt


Eine sorgfältige und rechtzeitige Vorbereitung der notwendigen Formalitäten ist entscheidend, um einen reibungslosen Übergang in die Elternschaft sicherzustellen. Mit der kostenlosen Checkliste habt ihr alle wichtigen Anträge und Dokumente im Blick. Einfach downloaden!


Checkliste Anträge vor und nach der Geburt
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Zusammenfassung


Wir halten also fest, dass ihr alle Anträge im Vorhinein so weit wie möglich ausfüllen und weitere Dokumente (z.B. eure Geburtsurkunden, Eheurkunde etc.) bereithalten solltet, um reibungslos alles beantragen zu können.


Mit der Checkliste habt ihr eine praktische Übersicht zu den Anträgen und Dokumenten, die ihr benötigt.


Möchtet ihr einen Schritt weitergehen und in eine gleichberechtigte Elternschaft starten? Möchtet ihr sichergehen, dass euer Baby keine Beziehungskrise hervorruft? Eine faire Aufgabenteilung und Vereinbarkeit ist euch wichtig? Dann macht euch jetzt schon einen Plan für eure Vereinbarkeit mithilfe meiner Angebote.


Auf ein entspanntes Wochenbett! Deine Pia


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