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  • Pia König

Gleichberechtigte Elternschaft – ist das möglich?

Aktualisiert: 20. Feb. 2023


Wusstest du, dass erst seit 1957 Eheleute als gleichberechtigt gelten?

Davor galt der Mann als Familienoberhaupt, der alles bestimmen darf. Frauen waren für den Haushalt und die Kinder zuständig. Erst 1977 wurde gesetzlich festgelegt, dass sich Eheleute die Haushaltsführung teilen sollen.


Warum das wichtige Informationen sind? Um dir deutlich zu machen, dass klassische Rollenbilder noch tief in unserer Gesellschaft verankert sind. Dass man als Exot gilt und sich vor anderen vielleicht sogar erklären muss, wenn man eine gleichberechtigte Elternschaft leben möchte.


Gleichberechtigte Elternschaft - Familie

Inhaltsverzeichnis




Was bedeutet eine gleichberechtigte Elternschaft?


Eine gleichberechtigte Elternschaft lebt man, wenn die Care-Arbeit, die Erwerbstätigkeit sowie die allgemeine Familienorganisation fair aufgeteilt sind. Dabei geht es nicht zwingend darum, alles fifty-fifty zu verteilen. Wie eine genaue Aufteilung aussieht, entscheidest du gemeinsam mit deinem*r Partner*in.


Bei gleichwertigen Elternteilen geht es dabei vor allem um eins: Kommunikation! Hört sich banal an, ist aber ein sehr wichtiges Mittel, um das Familienleben mitsamt den alltäglichen Aufgaben, der Kindererziehung sowie der Erwerbstätigkeit vereinbaren zu können.


Um Frust, Unverständnis, Unzufriedenheit und Streit vorzubeugen, ist es wichtig, so früh wie möglich einen gemeinsamen Plan dafür zu erstellen. Wenn du einen Kinderwunsch hast oder ein Baby erwartest, dann gehe es jetzt an! Bevor du in typische Rollenbilder rutschst, die dich nicht erfüllen und dich innerlich zermürben.


 

Bei der egalitären Elternschaft teilt man sich alle Verantwortlichkeiten fair auf.

 

Die Falle der klassischen Rollenverteilung


Bei der klassischen Rollenverteilung kümmert sich die Mutter um den Haushalt, die Kinder sowie um die Familienorganisation, während der Vater in Vollzeit arbeitet und sich um die finanzielle Versorgung der Familie kümmert.

Das hat zur Folge, dass beide Elternteile voneinander abhängig sind. Die nachfolgende Übersicht zeigt dir diese Abhängigkeiten und Folgen dessen auf.


Auswirkungen auf die Mutter:

Ungleiche Elternschaft für die Mutter
  • Finanzielle Abhängigkeit: Wenn dein Mann ausschließlich am Arbeiten oder der Hauptverdiener ist, bist du finanziell abhängig von ihm.

  • Berufliche Einschränkung: Kümmerst du dich hauptsächlich um das Baby, wirst du deine Erwerbstätigkeit stark einschränken müssen.

  • Mental Load: Bei einer ungleichen Partnerschaft trägst du den gesamten Mental Load.

  • Große Rentenlücke: Arbeitest du gar nicht oder in Teilzeit, zahlst du wenig (oder gar nicht) in die Rentenkasse ein, was sich mit einer großen Rentenlücke bemerkbar macht.

Auswirkungen auf den Vater:

Ungleiche Elternschaft für den Vater
  • Financial Load: Bist du der Hauptverdiener, liegt die finanzielle Last komplett bei dir. Du musst dafür sorgen, dass ihr über die Runden kommt.

  • Familiäre Einschränkung: Wenn du viel arbeitest, kannst du weniger Zeit mit deinem Baby verbringen.

  • Fehlende Bindung: Bist du im Familienalltag nicht präsent, nimmt dich dein Baby womöglich nicht als Bindungsperson wahr.

  • Fehlende Alltagsorganisation: Du kennst weder die Routine deines Babys, noch hast du den Gesamtüberblick über anstehende Termine o.ä.

Ob die typische Rollenverteilung für euch infrage kommt, das entscheidet ihr für euch selbst! Wenn ihr euch dafür entscheidet, dass die Mama zuhause bleibt und der Papa arbeiten geht, ist das komplett okay. Auch dann führt ihr eine gleichberechtigte Partnerschaft, weil ihr euch der Folgen bewusst seid und es abgesprochen habt.


Gefällt euch die Abhängigkeit voneinander nicht, ist eine individuelle Verteilung der unterschiedlichen Verantwortungsbereiche wichtig für euch.


 

Jacob Hein: „In Deutschland gehen Männer und Frauen als modernes Paar in den Kreißsaal hinein und kommen als 50er-Jahre-Paar wieder heraus.“

 

Das Baby als Gleichberechtigungs-Killer


In Deutschland sehen sich die meisten Paare als gleichberechtigt an. Sie arbeiten beide in Vollzeit, verdienen vielleicht sogar annähernd gleich viel und teilen sich die Aufgaben im Haushalt auf. Sobald sich aber ein Baby ankündigt, ändert sich diese Aufteilung meist drastisch und wir verfallen ohne vorherige Absprache automatisch in eine klassische Rollenverteilung.


Jakob Hein, Schriftsteller und ehemaliger Väterbeauftragter der Charité Berlin, ist der Meinung, dass Männer und Frauen nach der Geburt eines Kindes einem 50er-Jahre-Paar gleichen. Erschreckend, dass ein Baby uns anscheinend in solche Zeiten zurückversetzt.


Dabei sind eine gegenseitige Abhängigkeit und Unzufriedenheit vorprogrammiert. Um das zu vermeiden, ist eine gleichberechtigte Partnerschaft ein toller Hebel, damit Eltern ein Team bilden und gemeinsam eine faire Aufteilung sowie Vereinbarkeit von Familie und Beruf leben können.



Das Patriarchat verhindert eine faire Partnerschaft


Auch wenn sich in den letzten hundert Jahren viel in Sachen Gleichberechtigung getan hat, leben wir immer noch in einer Gesellschaft mit patriarchalen Strukturen. Das bedeutet, dass dem Mann eine vorgezogene Stellung dargeboten und er allgemein gesprochen bevorzugt wird.


Gründet man eine Familie, wird davon ausgegangen, dass sich die Mutter um den Haushalt und das Baby kümmert, während der Vater seiner Rolle als Familienernährer nachkommt. Entscheidet man sich gegen diese typische Rollenverteilung, ist das nicht immer leicht und man hat das Gefühl sich rechtfertigen zu müssen.


Frauen werden dann oft als Rabenmütter betitelt, wenn sie früh wieder arbeiten gehen und Männern wird entweder ihre Fähigkeit als Vater abgesprochen oder sie werden in ihrer Männlichkeit kritisiert, wenn sie zuhause die Windeln wechseln.


Diese gesellschaftlichen Strukturen haben sich vor Jahrtausenden entwickelt und halten sich auch heutzutage noch vehement. Entscheidest du dich gemeinsam mit deinem*r Partner*in dafür, eine gleichberechtigte Elternschaft zu leben, könnt ihr den negativen Auswirkungen des Patriarchats entkommen. Ihr tut damit nicht nur euch etwas Gutes, sondern treibt auch den Wandel der Gesellschaft voran.



Was kann die Familienpolitik ausrichten?


Eine feministische Familienpolitik kann für eine vereinfachte Vereinbarkeit sowie ein Umdenken innerhalb der Gesellschaft sorgen. Dafür muss sich aber noch einiges verändern:


Es muss beispielsweise für alle Familien finanziell möglich sein, dass die Elternzeit gleich aufgeteilt werden kann. Mehr als 50% der Väter gehen nicht oder nur die zwei Partnermonate in Elternzeit, weil die Familie auf das volle Gehalt angewiesen ist, laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaft.


Gleichberechtigung in Beziehungen Statistik

Arbeitgebern muss ein Anreiz gesetzt werden, dass sie die faire Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern. Vielen Männern wird eine längere Elternzeit sowie eine Verkürzung der Arbeitszeit verwehrt. Frauen hingegen verlieren ihren Wert im Job, wenn sie Mutter sind und nur in Teilzeit arbeiten.


Die Kinderbetreuung muss ausgeweitet werden; es müssen ausreichende, gut ausgebildete Fachkräfte eingestellt werden, die ein faires Gehalt erhalten.


Außerdem müssen Alleinerziehende unterstützt werden, die am meisten unter der Doppelbelastung Beruf und Familie leiden. Auch das Thema automatisches Sorgerecht für den Vater, Steuern und Grundeinkommen spielen eine Rolle, wenn es um eine gleichberechtigte Elternschaft und Vereinbarkeit geht.


Du siehst, es liegt also noch ein weiter Weg vor uns – fängt dieser aber nicht auch immer bei einem selbst an?

Ich bin überzeugt davon, dass gleichberechtigte Eltern glücklicher sind. Wenn du bereit bist für diesen Weg, dann schau dir unbedingt meine Angebote an.


Warum Gleichberechtigung auch Männersache ist


Um verdeutlichen zu können, dass Gleichberechtigung auch Männersache ist, beleuchten wir einmal die Vor- und Nachteile einer gleichberechtigten Elternschaft.


Vorteile:

  • Als Frau kannst du dich beruflich weiterentwickeln und sorgst zusätzlich für eine höhere Rente.

  • Die gesamte Care-Arbeit liegt nicht mehr bei der Frau und wird gerecht verteilt.

  • Als Mann kannst du mehr Zeit mit der Familie verbringen und eine enge Bindung mit deinem Baby aufbauen.

  • Zusätzlich liegt die finanzielle Last nicht ausschließlich beim Mann und ihr kümmert euch gemeinsam um das Familieneinkommen.

  • Harmonisches Miteinander als (Ehe-)Partner durch Gleichberechtigung und gute Kommunikation.

Nachteile:

  • Frauen werden als Rabenmutter betitelt, weil sie nach beruflicher Erfüllung streben.

  • Männern werden ihre väterlichen Kompetenzen sowie ihre Männlichkeit abgesprochen.

  • Der Arbeitgeber könnte sich gegen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stellen (besonders bei Männern).

In meinen Augen überwiegen hier ganz klar die Vorteile! Eine faire Aufteilung hat nämlich nicht nur Vorteile für die Frau, sondern auch für den Mann. Eine harmonische Beziehung und eine glückliche Familie sind großartige Ziele, die mit einer gleichberechtigten Elternschaft erreicht werden können.


Was werdende Eltern wissen müssen


Mit der Geburt eines Kindes habt ihr eine riesige Verantwortung zu tragen. Das wird dir wahrscheinlich erst nach der Geburt so richtig bewusst, was das genau bedeutet.

Damit ihr einen reibungslosen Start haben könnt und euch von Anfang an euren Aufgaben bewusst seid, müsst ihr miteinander sprechen und einen Plan machen!

Besonders in der Anfangszeit kann diese große Umstellung zum Alltag mit Baby gewöhnungsbedürftig und sehr viel auf einmal sein. Hormonschwankungen, Schlafmangel, Sorge um das Baby und Zweifel an den eigenen Fähigkeiten werden da schnell zur Belastung und auch zur Beziehungsprobe.


Könnt ihr in der Schwangerschaft schon einen gemeinsamen Nenner finden, erleichtert das euch den Start in die Elternschaft ungemein.




Zusammenfassung


Eine gleichberechtigte Elternschaft wird dann gelebt, wenn alle Verantwortlichkeiten fair aufgeteilt werden. Die Voraussetzungen dafür sind allerdings oftmals erschwert. Hinzu kommt, dass die klassischen Rollenbilder so tief in uns verankert sind, dass wir nicht einmal darüber nachdenken uns als Elternteile anderes aufzuteilen.


Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu vereinfachen, benötigen wir zudem zahlreiche familienpolitische Änderungen. Damit eine gleichberechtigte Elternschaft für jeden möglich ist!


Den ersten Schritt Richtung fairer Aufteilung kannst du allerdings auch selbst gehen. Profitiere dabei von meinen Angeboten.


Auf die Gleichberechtigung!

Deine Pia


Häufig gestellte Fragen

Was ist die Care-Arbeit?

Unter Care-Arbeit, oder auch Sorgearbeit, versteht man die Aufgaben, die sowohl mit der Kinderbetreuung als auch mit dem Haushalt anfallen. Diese Arbeit ist unbezahlt und wird deshalb oft nicht als solche erkannt und wertgeschätzt.

Was bedeutet Mental Load?

Was ist eine Rentenlücke?

Was ist ein Patriarchat?






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